B.I.1.a.3 Deutschleder

Dichter & schwerer Baumwoll-Köper

  • B.I.1.a.3 Deutschleder
  • B.I.1.a.3 Deutschleder Nahaufnahmen
  • P-12 Puppe
  • P-4 Nerzanprobe
  • P-12 Rücken

Beschreibung:

Ein Leder, da der schwere Stoff erst eingetragen werden muss und sich mit der Zeit wie Leder anfühlt, eine Patina sich aufbaut. Man erzählt sich, der Stoff wurde in der Zeit der industriellen Revolution für die Maschinisten und andere Arbeiter entwickelt, er soll auch Schweißfunken standhalten. Köper ist sowieso schon hochbelastbar, das Deutschleder ist durch die Dichte und den Kettfaden noch belastbarer.
Dadurch allerdings schwer zu verarbeiten bei mehreren Lagen. Nicht scheuerfest. Vor allem nicht gegenüber leichterer Stoffe. Gut flickbar.
Kleiner Bruder ist das Englischleder. Es ist gröber gewebt und dort ist die Florseite die rechte Seite, beim Deutschleder die Glatte.
Mit UV-Strahlung wird schwarze Baumwolle natürlich mit der Zeit rötlich.

Eigenschaften:

Kennung:

B.I.1.a.3 Siebenblau Bio-Zwirn Doppelpilot

Material:

Baumwolle

Gewicht:

520 g/qm

Webart:

Zwirn-Doppel-Pilot

Breite:

1600 mm

Laufmeterpreis:

35 €

Produktionsland:

Deutschland

Bezugsdaten:

30. April 2022

Haptik & Optik:

  • Schwer
  • Formstabil
  • Rechts glatt, links aufgeraut
  • Wertiger Griff

Bügeln:

Stufe 3, viel Dampf

Waschen:

60°C Pflegeleicht, bleicht natürlich aus, errötet unter UV-Strahlung

Einsatzbereich:

  • Günstige & schwere Arbeitskleidung
  • Wertige Schutzabdeckungen
  • Knopflochverstärkung

Projekte:

Händler:

Links:

Zusatz:

-

Geschichte:

Auf der Suche (Sommer 2021) nach einer guten Arbeitskleidung für den Schreinerberuf stieß ich bei einem guten Kleidungshersteller aus Bayern mit Produktion in Portugal & Türkei, den Pike-Brothers, auf eine Hose samt Weste mit einem vielversprechenden Stoff, er wurde „Elephant Skin“ genannt. Jene Stücke wurden eingekauft und für gut befunden. Ein stabiler Stoff, die Weste wie ein Schutzweste. Allerdings hatten sie keine geeignete Arbeitsjacke und ohne Jacke ist es keine einsatzfähige Arbeitsgarnitur, das kann nicht sein. So brauchte ich für eine individuell gearbeitete Jacke den gleichen Stoff, alle Teile Anzugs müssen aus demgleichen Stoff geschaffen sein, sonst ist es ja keiner. Früher arbeitete ich gerne mit dem leichteren Bruder, dem Englischleder, auch Moleskin genannt, hatte auch noch was im Lager. Allerdings ist die rechte Seite vom Deutschleder feiner gearbeitet und man sieht deutlich den Unterschied.
Die Recherche gestaltete sich schwierig, auf Nachfrage wollte Pike Brothers den Hersteller nicht preisgeben. Nach einigen Stunden der Suche und diversen Stoffmusterbestellungen wurde schließlich der Elephant Skin auf Siebenblau.de gefunden. Sogar in Bio. Sogleich wurde deren ganzer Vorrat von rund 8 Laufmetern aufgekauft.
Dieser zuverlässige Stoff wurde zuerst für die P-4 beim Schneider abgegeben, ich verarbeitete ihn zeitgleich zum P-12 Drei-Tages-Kittel mit der alten Pfaff 230.
Dabei sei gesagt, dass man besser eine Industrielle, am besten eine Ledernähmaschine verwendet. Durch die Dichte und Dicke des Stoffs hat es die Nadel extrem schwer. Auch braucht die Maschine genügend Hub. Für die P-4 verwendete der Schneider seine Ledernähmaschine.
Sonst ist der Stoff auch in dem P-24 Sattelüberzug sowie dem Japanersägetäschle. Auch ist der Stoff ideal als Einlage und Verstärkung für Knöpfe und Knopflöcher an Hosenbünden. So geschehen an der ersten P-15 Reiterhose R 1, welche aus Wollflausch gefertigt ist und nicht die nötige Dichte für handgestickte Knopflöcher hätte.
Nachteilig ist eben, das der Stoff aus Baumwolle ist. Trägt man ihn als Kleidung schwitzt man schnell genug, Baumwolle ist nicht Klimaregulierend. Auch ist er wohl nicht allzu scheuerfest, der Schritt der Arbeitshose wurde mehrfach geflickt. Im Sommer als schwarze Arbeitskleidung dank der Baumwolle ungeeignet.