P-29 – Bandolier Modell S

  • P-29 Paukenschlägel Schlaufen
  • P-29 Paukenschlägel Köcher
  • P-29 Bandolier komplett
  • P-29 Anbindung an Kartuschenkasten
  • P-29 Verschnallung geschlossen
  • P-29 Verschnallung offen
  • P-29 Stempelung
  • P-29 Prototyp Handnaht
  • P-29 Paukenschlägelschlaufen nähen
  • P-29 Kanten Hobeln
  • P-29 Prototyp Zuschnitt 2

Eigenschaften:

Kennung:

  • A.II.3.e.212 P-29 Bandolier Modell S VT Pauke [Vorderteil für Paukenschlägel]
  • A.II.3.e.213 P-29 Bandolier Modell S VT [Vorderteil Standard]
  • A.II.3.e.214 P-29 Bandolier Modell S HT [Hinterteil]

Widmung:

-

Fertigstellung:

7. Januar 2024

Kosten:

44,96€ Material

(25€ Leder + 18€ Schnalle & Schlaufe + 1,96€ Schraubnieten)

Leder:

Kurzwaren:

Garne:

Maschinen:

  • -

Beschreibung:

Riemen des Bandoliers der Stadtgarde zu Pferd Stuttgart aus starkem, natürlich gegerbten weißen Rinderhals.
Händisch ausgeschnitten, sämtliche Kanten gehobelt.

Hinterteil mit Doppeldornschnalle aus vernickeltem Stahl samt Schlaufe, fixiert mit Schraubnieten.

Hinterteil mit Schlaufenaufnahme samt Köcher für Paukenschlägel, nassgeformt und handgenäht. Extrem reißfester Forellenfaden, stark gewachst.

Zweites Hinterteil Standard nur mit Lochreihe.

Die jeweiligen Enden sind durch einen 45° Schnitt quasi abgefast, typisch den LM Herstall Möbeln.

Geschichte:

Die ursprünglichen Bandoliere waren zu kurz und das Leder sowie die Schnallen hätten auch von besserer Qualität sein können. So nahm man es in die Hand, musste bei Lederhändlern erstmal nach dem passenden Material fragen.
Das ist gar nicht so einfach, ein natürlich gegerbtes, weißes Leder in dieser Stärke zu finden. Erst auf Nachfrage gab es die Erlösung mit dem Rinderhals.
Die Recherche nach einer ordentlichen Doppeldornschnalle hat ebenso lange gedauert, die meisten hören bei einer Breite von 40 mm auf.
Zudem musste das Schnittmuster geändert werden länger und mit mehr Krümmung, immer wieder mit Schablonen ausprobieren.

Als schließlich alles bereit war ging es an den Zuschnitt. Allerdings ist es mit einer alten, normalen Schere unglaublich anstrengend, die Finger waren rot und schmerzten. Auch war der Schnitt nicht sauber. Eine Stanzschablone kam weniger infrage, zu teuer. So wurde sich eine Bodenlederschere zugelegt.
Wenn die Finger nicht vom Zuschnitt rot wurden, so war es eben beim Nähen mit dem starken Garn. Es muss schön fest gezogen werden.
Das Endergebnis nach einem Prototyp kann sich sehen lassen. Das eigene Bandolier ist auch an der Sichtseite gestempelt, sonst nur Innen.
Auch wurde an die Paukenschlägel gedacht, die benötigen ja ebenfalls einen Platz wenn man nicht spielt. Sind dann schön aufgeräumt.

Auszug aus dem Informationsheft zur Uniform der Stadtgarde zu Pferd Stuttgart:

„Bandolier und Kartuschkasten
Das Bandelier (auch Bandolier oder Bandalier; französisch bandoulière oder spanisch bandolera, „Bändchen") ist ein über die Schulter gelegter, schräg über den Oberkörper getragener breiter Lederriemen, an dem militärische Ausrüstungsgegenstände befestigt waren, die sich aufgrund des Gewichts schlecht an Koppel oder Leibbinde tragen ließen.

Eine Kartusche (der Name kommt von frz. cartouche und bedeutet „Be-hälter") war zumeist im 17. und 18. Jahrhundert eine an einem Riemen über die Schulter getragene Patronentasche des Militärs aus Leder oder mit Leder bezogenem Holz für die Handfeuerwaffe.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Kartusche insbesondere bei Offizieren zu einem Ziergegenstand, in dem der Tabaksbeutel oder Ähnliches verwahrt wurde. Die Mannschaft trägt ein weißes, ledernes Bandolier mit einem schwarzen Kartuschkasten und aufgelegtem silbernem W. Offiziere tragen ein silbernes Bandolier mit roter Unterlage und einen goldumrahmten Kartuschkasten.
Das Bandolier wird über der linken Schulter getragen.“

Produktion:

  1. Abnahme des ursprünglichen Bandoliers auf Karton
  2. Verlängerung und Verbesserung des Schnittmusters
  3. Anzeichnen des Leders mit Falzbein, ausschneiden mit Bodenlederschere
  4. Hobeln der Kanten mit Kantenhobel
  5. Fertigung des A.II.3.e.214 P-29 Bandolier Modell S HT, ausstanzen der Löcher für Schnalle mit Locheisen 
  6. Einschrauben der Schnalle und Schlaufe mit Nieten
  7. Fertigung des A.II.3.e.212 P-29 Bandolier Modell S VT Pauke
  8. Nassformen und Annähen der Schlaufen für KOLBERG Paukenschlägel
  9. Einstanzen der Lochreihe
  10. Fertigung des A.II.3.e.213 P-29 Bandolier Modell S VT
  11. Einstanzen der Lochreihe
  12. Einstempeln des LM-Emblems